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TERMINE Samstag, 28. Januar 2023 14:30–17:00

33 Jahre Transpolitik – Wollen terfs eine neue Frauenrasse?

Vortrag mit Nadja Schallenberg, Transsexuellen Bürgerrechtlerin

In dem Vortrag möchte Nadja die Keimzelle ihrer Transsexualität, sowie ihren transsexuellen & politischen Werdegang schonungslos offen legen. Immer noch wissen viele nicht, was es bedeutet Trans zu sein. Die Geburtsstunde der Transpolitischenemanzipation möchte Nadja aufzeigen.
Sie wird Tabus brechen, darlegen, wo die Ursachen von Transphobie liegen könnten, weshalb redikalfeministen/terfs Trans-Frauen als nicht ihres gleichen empfinden. Es ist Nadjas fortwährende Auseinandersetzung seit den 1990er Jahren mit diesem Thema.

Der Vortrag umfasst zwei Teile.

  • Erster Teil: »Kindheit«, »Jugend«, Crossdressing, Coming Out, Trans in der DDR, Gründung der Interessengemeinschaft für Transvestiten & Transsexuelle in der DDR
  • Zweiter Teil: 1990 bis in die Jetztzeit

Wende, Politisierung der Transbewegung, Auseinandersetzung mit Transphobie von Trans-Lesben & Trans-Frauen

Zur Person Nadja Schallenberg

Pronomen weiblich, Geschlecht androgyn weiblich 

Nadja wurde in eine ostdeutsche politische Künstlerfamilie 1969 hinein geboren.
Sie empfindet sich seit ihrem 10. Lebensjahr zum Weiblichen gehörig. Ihr Crossdressing war 1989, ihr Coming Out 1990.

Seit ihrem 15. Lebensjahr ist Nadja politisch aktiv. Sie setzt sich zu dieser Zeit für den Umweltschutz ein & engagiert sich gesellschaftlich politisch für den »Weltfrieden«.
1987 tritt sie der Arbeitsgruppe »Kultur-Bildung-Umweltschutz« der evangelischen Kirche Krakow am See bei. 1990 gründet Sie die Interessengemeinschaft für Transvestiten & Transsexuelle in der DDR.

Sie arbeitet u.a. mit der staatlichen & kirchlichen Telefonseelsorge zusammen. Gemeinsam mit der Neurologin Dr. Isakowitsch, damals Charité, erarbeitet sie Reformgedanken zur Neustrukturierung des DDR Transeexullenprozedere.

Nach der Wende baut sie im Berliner Sonntags-Club ein Informationszentrum für Transsexuelle auf. Diese Arbeit führt sie anfangs hauptamtlich, bis in die 2000er Jahre ehrenamtlich fort. 

Ihre Trans-Schwerpunkte sind: Rechtliche Beratung von Transsexuellen, Auseinandersetzung mit der Diskriminierung von Trans-Frauen in der Gesellschaft & der Arbeitswelt. Ihr besonderes Augenmerk gilt der Ausgrenzung von Trans-Lesben in der Lesbenszene. In letzteren ist sie bis heute aktiv. Dazu hat Nadja einige Zeitungsartikel verfasst & öffentliche Diskussionen geführt.

Anfang der 1990er fochte Nadja erfolgreich beim Bundesverfassungsgericht die Altersgrenze der Vornamensänderung des TSG an.
In einem siebenjährigen Rechtsverfahren versuchte Nadja die Personenstandänderung ohne OP für Trans-Frauen durch zu setzen, was ihr leider nicht gelang.

1995 war Nadja die erste offene transsexuelle Abgeordnete in einer BVV (Prenzlauer Berg Berlin, für die PDS).

In der Schröder Ära ist Nadja in der Arbeitsgruppe »Recht & Gesetz« aktiv, wo an der Reformierung des TSG gearbeitet wird.

2019 wird Nadja für ihre transpolitische Arbeit ausgezeichnet.

Das Schwule Museum Berlin würdigt Nadjas Arbeit in mehren öffentlichen Ausstellungen. Über Nadja gibt es einige filmische Dokumentationen.

2021 & 2022 fungierte Nadja als Gastrednerinnen auf einigen CSDs in Berlin & Leipzig.

Momentan engagiert sich Nadja bei Christ und Motorrad & den Dykes on Bikes, der Lesben-Motorradstaffel des Dyke March Berlin.

Zukünftig möchte Nadja sich für den würdevollen Umgang mit dementen Lesben & Trans-Frauen einsetzen.